Fahne |
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Marschaufstellung 2011 |
| Hauptmann |
Manfred | Kruse |
3. Kompanie |
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| Stabsfähnrich |
Jürgen | Klumpp |
3. Kompanie |
| Stabsfähnrich |
Hans-Dieter |
Rosenthal |
2. Kompanie |
| Stabsfähnrich |
Volker | Lahme |
4. Kompanie |
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| Fähnrich 1. Kompanie |
Rolf | Hillebrand |
1. Kompanie |
| Fahnenunteroffizier |
Andreas | Busch |
1. Kompanie |
| Fahnenunteroffizier |
Dirk | Selzener |
1. Kompanie |
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| Fähnrich 2. Kompanie |
Albert | Pütt |
2. Kompanie |
| Fahnenunteroffizier |
Norbert | Kicker |
2. Kompanie |
| Fahnenunteroffizier |
Jürgen | Brunnert |
2. Kompanie |
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| Fähnrich 3. Kompanie |
Carsten | Tollwerth |
1. Kompanie |
| Fahnenunteroffizier |
Jörg | Ferkinghoff |
3. Kompanie |
| Fahnenunteroffizier |
Sebastian | Fischer |
2. Kompanie |
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| Fähnrich 4. Kompanie |
Gunnar | Krause |
4. Kompanie |
| Fahnenunteroffizier |
Christian | Rebbert |
1. Kompanie |
| Fahnenunteroffizier |
Franz | Wegmann |
4. Kompanie |
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| Reserve |
Franz-Peter | Ickemeyer |
2. Kompanie |
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Fahnen und Fahnenabteilung
Der Lippstädter Schützenverein besitzt heute, seit der Vereinigung mit dem Handwerker-Schützenverein im Jahre 1934 und zwei Neuzugängen in den letzten Jahren, sieben Fahnen, nämlich drei Stabsfahnen und vier Kompaniefahnen. Zwei Stabsfahnen und die Fahne der 4. Kompanie sind altes Erbe des Lippstädter Schützenvereins, die jetzigen Fahnen der 1. und 3. Kompanie wurden von den ehemaligen Handwerker-Schützen eingebracht, eine weitere Stabsfahne ist ein Geschenk eines untergegangenen Vereins, die Fahne der 2. Kompanie wurde kürzlich neu angefertigt.
Die drei Stabsfahnen (Traditionsfahnen) Die Schwarze Fahne
Die sog. Schwarze Fahne ist die älteste existierende Fahne des Lippstädter Schützenvereins
und reicht weit in seine frühe Geschichte zurück. Sie ist mit der aufgestickten Jahreszahl
1532 ein sinnfälliger Beleg für das hohe Alter und (neben dem Silbernen Vogel aus dem selben Jahr) ein Nachweis für das diesjährige 475jährige Jubiläum. Die aufgestickte
Lipperose weist auf die allzeit enge Bindung des Vereins an das Haus Lippe hin. Das
Fahnentuch war allerdings vor Jahren schon so zerschlissen, dass man 1976 eine
Nachbildung anfertigen ließ, die seither anstelle des schutzbedürftigen Originals bei
öffentlichen Auftritten mitgeführt wird. Damals hat man eine der alten Zahlen falsch entziffert
und statt der 5 eine 3 gelesen (1332). Diese Auffassung ist inzwischen wissenschaftlich
korrigiert, die ursprünglichen Ziffern müssen als 1532 verstanden werden.
Die Fahne der "Jäger und Schützen"
Die sog ehemaligen Jäger und Gardeschützen aus Lippstadt waren exzellente
Scheibenschützen, die sich in der Zeit vor und nach dem Ersten Weltkrieg erfolgreich an
Wettkämpfen beteiligten und manches nationale Preisschießen gewannen. Ihr größter
Erfolg war, dass sie 1926 mit den Schützen Peter Kaiser, Otto Schmits und Carl
Schönewolf einen im Jahre 1911 von Kaiser Wilhelm II. gestifteten Wanderpreis endgültig
nach Lippstadt holten. Die drei letzten lebenden Mitglieder dieses Traditionsvereins
übergaben 1972 den "Kaiserpreis" (das Geweih eines von ihm erlegten Sechzehnenders)
und diese Fahne dem Lippstädter Schützenverein mit dem Vermächtnis, die Erinnerung an
den "Verein ehem. Jäger und Schützen" treu zu bewahren.
Die Fahne von 1866
Die dritte Traditionsfahne wurde dem Verein im Jahre 1867 von den Hofdamen geschenkt,
und zwar aus Anlass des preußischen Sieges im sog. Deutschen Krieg, mit dem Preußen
die Habsburgermonarchie aus Deutschland verdrängte und die Oberhand über die deutschen
Klein- und Mittelstaaten erhielt. Lippstadt war, was das protestantische Bürgertum
betraf, schon immer preußisch gesonnen und wurde nach Auflösung der Samtherrschaft
1850 eine rein preußische Stadt. Die Fahne zeigt einen preußischen Adler, der einen
Eichenkranz mit der Jahreszahl 1866 in seinen Fängen hält. Auf die andere Seite ist,
Zeichen alter Anhänglichkeit an den früheren Stadtherrn, die lippische Rose gestickt.
Die vier Kompaniefahnen
Die Fahne der 1. Kompanie
Die 1. Kompanie führt die älteste bekannte Fahne des früheren Handwerker-
Schützenvereins.
Sie ist wenig aufwendig gearbeitet und zeigt auf der einen Seite das auf
Tuch gemalte Stadtwappen mit der Jahreszahl 1883 (in diesem Jahr feierte der
Handwerker-Schützenverein sein 25jähriges Bestehen) und auf der anderen die Symbole
der beiden früheren Stadtherren, den
preußischen Adler und die Lipperose, sowie zwei
ineinandergelegte Hände mit dem Wahlspruch: "Einigkeit macht stark Handwerker-
Schützenverein 1858".
Die Fahne der 2. Kompanie
Die 2. Kompanie hatte bei der Neuaufteilung der Kompanien 1950 eine sehr einfache
Fahne des Handwerker-Schützenvereins, vermutlich vom Ende des 19. Jahrhunderts, übernommen.
Sie bestand nur aus zwei breiten Stoffbahnen in den Schützenfarben Grün und
Weiß. Im Jahre 1987 beschloss die Kompanie, sich eine neue eigene Fahne anfertigen zu
lassen. Das nötige Geld wurde durch Spenden der Schützenbrüder aufgebracht, eine
Kommission unter Klemens Jungeblodt und Pater Ensch besorgten den Entwurf und die
Auftragsvergabe.
Die neue Fahne, die im Sommer 1988 im St. Annen-Rosengarten gesegnet wurde, trägt auf
der einen Seite das gestickte Stadtwappen mit der Umschrift: "Lippstädter Schützenverein",
auf der anderen eine Ansicht der Nikolaikirche, der man sich als Kompanie der
Nikolaihofe verbunden fühlt, mit der Umschrift: "Zweite Kompanie".
Die Fahne der 3. Kompanie (Jubiläumsfahne)
Da sich die 3. Kompanie dem Handwerker-Schützenverein verbunden fühlte und die
Tradition der sog. Maschinenwerkstatt-Kompanie bewahrte, übernahm sie die kostbare
gestickte Jubiläumsfahne des Handwerker-Schützenvereins mit dem von Lorbeer- und
Eichenblättern verzierten Stadtwappen und den Jahreszahlen 1858 - 1897.
Die Fahne der 4. Kompanie (Luisenfahne)
Die 4. Kompanie führt die sog. Wappen- oder Luisenfahne, ein wertvolles Erinnerungsstück
an die frühe Zeit des wiederbegründeten Lippstädter Schützenvereins. Sie wurde
dem Verein 1835 von der Gräfin Luise zur Lippe geschenkt. Die verwitwete Luise geb. von
Isenburg-Philipseich, eine Schwägerin des regierenden Grafen Simon August zur Lippe,
lebte bereits seit dem Tode ihres Mannes in Lippstadt. Sie war auf dem Sommerfest 1835
Schützenkönigin an der Seite des Königs Friedrich Wilhelm Bertram, des damaligen
Bürgermeisters der Stadt und langjährigen Majors des Vereins. Die von ihr selbst gestickte
Fahne trägt das gräfliche Wappen, die Lipperose und die Initialen der Stifterin (LGzL,
GvIP). Als Fahnenspitze dient ein vergoldetes L. Von der feierlichen Übergabe der Fahne
im Rathaussaal am Pfingstmontag 1835 existiert ein ausführliches Protokoll, das im
Aufsatz von A. H. Meyer zitiert wird.
Die Gräfin lebte über vierzig Jahre in Lippstadt. Sie starb am 24. September 1844 und
wurde auf dem neuen Zentralfriedhof an der Lipperoder Straße, dem heutigen Alten
Friedhof, beigesetzt, - auf einer großen Grabstätte südlich und in der Nähe des
Hauptweges, die bis zum Ende des Ersten Weltkrieges vom fürstlichen Haus Lippe in
Detmold unterhalten wurde. Danach verwahrloste sie. Bis etwa 1968 allerdings stand ihr
verwitterter Grabstein noch am ursprünglichen Ort.
Die Fahnenabteilung, allgemein die "Fahne" genannt, hat die Aufgabe, diese Vereinsfahnen
bei bestimmten Anlässen zu präsentieren. Sie ist eine Sonderabteilung des
Schützenbataillons und eine der ältesten Corporationen innerhalb des Vereins. Die Rituale ihres Auftretens haben sich seit vielen Jahrzehnten nicht verändert.
Die Traditionsfahnen werden von den drei Stabsfähnrichen getragen: die schwarze Fahne
von 1532, die Fahne der "Jäger und Schützen" und die Fahne von 1866. Die
Kompaniefahnen werden von jeweils einem Fähnrich und zwei Unteroffizieren präsentiert.
Sie alle werden vom Fahnenkommandeur angeführt.
Demnach setzt sich die "Fahne" heute folgendermaßen zusammen:
1 Fahnenkommandeur (Hauptmann)
3 Stabsfähnriche
4 Fähnriche
8 Fahnenunteroffiziere
Hinzukommen
2 Fahnenunteroffiziere als Reserve.
"Fahnen marsch!" (1927)
Die Mitglieder der "Fahne" rekrutieren sich aus dem Schützenbataillon. Kandidaten und
neue Mitglieder werden ohne jede Mitwirkung des Vorstandes oder der Deputierten ausschließlich
von einzelnen Fahnenoffizieren vorgeschlagen bzw. von ihrer Gesamtheit
gewählt. Dies verleiht der "Fahne" eine große Eigenständigkeit und einen starken Corpsgeist.
Bei der Auswahl ist ein strenger Proporz bezüglich der Kompaniezugehörigkeit nicht
vorgeschrieben, es wird aber stets darauf geachtet, die Fahnenoffiziere bei ihren
Stammkompanien einzusetzen.
Der "Fahne" steht der Fahnenkommandeur im Range eines Hauptmannes vor. Er muss aus
den Reihen der amtierenden Fahnenoffiziere hervorgehen und wird von den Fahnenoffizieren
vorgeschlagen und gewählt. Allerdings bedarf seine Wahl wie auch die der
Stabsfähnrich und Fähnriche der Zustimmung der Deputiertenversammlung.
Die Mitgliedschaft bei der "Fahne" dauert im Durchschnitt 15 - 16 Jahre.
Seit der Wiederbegründung nach dem letzten Krieg hatte die "Fahne" folgende Fahnenkommandeure:
| Adolf Lahme |
Oberleutnant |
1950 - 1958 |
| Erward Gallenkamp |
Hauptmann |
1959 - 1970 |
| Friedhelm Lahme |
Hauptmann |
1971 - 1985 |
| Ingbert Selzener |
Hauptmann |
1986 - 1998 |
| Manfred Kruse |
Hauptmann |
seit 1998 |
| Marschaufstellung 2007 |
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| Hauptmann |
Manfred Kruse |
(3. Kompanie) |
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| Stabsfähnrich |
Jürgen Klumpp |
(3. Kompanie) |
| Stabsfähnrich |
Hans-Dieter Rostenthal |
(3. Kompanie) |
| Stabsfähnrich |
Volker Lahme |
(4. Kompanie) |
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| Fähnrich 1. Kompanie |
Rolf Hillebrand |
(1. Kompanie) |
| Fahnenunteroffizier |
Andreas Busch |
(1. Kompanie) |
| Fahnenunteroffizier |
Dirk Selzener |
(1. Kompanie) |
| |
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| Fähnrich 2. Kompanie |
Albert Pütt |
(2. Kompanie) |
| Fahnenunteroffizier |
Norbert Kicker |
(2. Kompanie) |
| Fahnenunteroffizier |
Jürgen Brunnert |
(2. Kompanie) |
| |
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| Fähnrich 3. Kompanie |
Carsten Tollwerth |
(1. Kompanie) |
| Fahnenunteroffizier |
Jörg Ferkinghoff |
(3. Kompanie) |
| Fahnenunteroffizier |
Reinhold Glatzer |
(3. Kompanie) |
| |
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| Fähnrich 4. Kompanie |
Christian Heine |
(1. Kompanie) |
| Fahnenunteroffizier |
Gunnar Krause |
(4. Kompanie) |
| Fahnenunteroffizier |
Sebastian Fischer |
(2. Kompanie) |
|
| Reserve |
Toni Rösch |
(3. Kompanie) |
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Christian Rebbert |
(1. Kompanie) |
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Hauptmann Manfred Kruse in Aktion |
Die Fahnen werden an den Schützenfesttagen in voller Besetzung präsentiert, ferner in
kleiner Besetzung auf dem Winterball und, je nach Anlass alle oder einzelne, bei externen
Aufmärschen, Jubiläen und Beerdigungen. Der Höhepunkt im Schützenjahr ist für die
"Fahne" die Präsentation und Fahnenparade am Schützenfestsonntag. Eigens für dieses
Schauspiel wird alljährlich an acht Übungsabenden geprobt.
Die harte Zeit der Vorbereitung
Wenn im Wonnemonat Mai die noch milden Strahlen der Abendsonne durch die Bäume der
Bellevue tanzen, dann erlebt man an den folgenden
acht Montagen ein für den Laien gar wunderliches
Schauspiel auf dem frisch gemähten Rasen des
Schützenplatzes. Gruppen von drei Männern, langen,
kurzen, dicken, dünnen, marschieren Schulter
an Schulter über das saftige Gras. Sie schwenken,
vereinigen sich mit anderen Dreiergruppen, marschieren
gemeinsam ein kurzes Stück zusammen,
um sich anschließend wieder zu trennen.
Dazwischen hört man Rufe wie "Vorwärts
marsch", "Schwenkt marsch", "Gerade aus", "Frei
weg", "Halt" und Ähnliches. Wehe dem
Maulwurfshügel, der auf ihrer Marschroute liegt -
er ist nicht mehr. Und auch ferne Klänge einer
"Lass gehen Kapelle" bringen sie nicht aus ihrem
Gleichschritt. Unbeirrbar und festen Blickes
schreiten sie über den Platz, bis die Sonne hinter der Hella-Leuchtreklame versinkt.
Kommt ein Wanderer des Weges, wird er sich fragen: "Was tun die da?" Die Erklärung ist
Folgende: Die Elitetruppe des Lippstädter Schützenvereins, allseits bekannt als die
"Fahne", probt die Fahnenparade.
Dieses Schauspiel erfreut alljährlich die Menschen von nah und fern, die am
Schützenfestsonntag auf den Rathausplatz eilen.
Und dort zeigt es sich, ob das Training gefruchtet hat. In schneidiger Uniform, mit blank
geputztem Degen und Stegbändern unter den Schuhen stehen die Offiziere auf dem
Rathausplatz. Wenn es dann vom Major ertönt: "Zum Abholen der Fahnen", dann beweist
diese starke Truppe einmal mehr, dass sie ein Augenschmaus und das Aushängeschild des
Lippstädter Schützenvereins ist.
(Manfred Kruse) Der Fahnenkommandeur braucht ein lautes
Organ
Ein besonderes Highlight der Vorbereitung besteht in der Teilnahme am Vorexerzieren des
Geselligkeitsvereins Mondschein. Hier hat die "Fahne" die Gelegenheit, den Mondscheinern
ihr Können zu zeigen und Anregungen zu geben. Belohnt wird sie mit einem
schönen Abend in geselliger Runde bei Bier und Bratwurst. Natürlich tritt sie dann, inzwischen
schon traditionell, auch am folgenden Wochenende beim Sommerfest des
Geselligkeitsvereins mit einer Fahnenabordnung an.
Als Sonderabteilung des Bataillons führt die "Fahne", wie die anderen Kompanien auch,
neben ihren Verpflichtungen für den Verein ein vielgestaltiges Eigenleben un d hat in ihrem
Jahreskalender verschiedenste Veranstaltungen notiert: Dreikönigstreffen
Erscheinen ist Pflicht! Mit diesem lapidaren Zusatz endet das traditionelle Anschreiben zur
"wichtigsten" Veranstaltung der Fahne im Schützenjahr, dem Dreikönigstreffen am 6.
Januar. In dieser Veranstaltung werden die organisatorischen Weichen gestellt, kritisch
zurückgeblickt und nicht zuletzt das gesellige Zusammensein gepflegt. Einer der wichtigsten
Punkte des Abends ist die Erörterung möglicher Neuaufnahmen in die "Fahne".
Potenzielle Neumitglieder können in einem "Schnupperjahr" die Truppe kennen lernen
(und umgekehrt), bevor Sie endgültig mit einer "Taufe" aufgenommen werden. Dies unterscheidet
die "Fahne" des LSV von den meisten anderen Vereinen, in denen die Kompanien
aus ihren Reihen Schützen in die Fahnen entsenden.
Eine gute Tradition der "Fahne" ist es, beim Dreikönigstreffen den Kontakt zu den
"Fahnenrentnern" aufrecht zu halten. So kann sie auf langjährige Erfahrungen bei anstehenden
Entscheidungen zurückgreift. Traditionelles Fahnenbiwak
Seit Jahren veranstaltet die "Fahne" des Lippstädter Schützenvereines ein Herbstbiwak.
Sie trotzt jedem Wetter und wenn der Reif auf den Zelten liegt, kommt Wild West
Romantik am Lagerfeuer auf. Meist findet dieses Zeltlager in der ersten Oktoberhälfte
statt. Es ist aber auch schon einmal wegen Terminproblemen auf das erste November Wochenende gerutscht, wenn bereits morgens der Reif auf den Zelten liegt. Aber das macht
den harten Männern der "Fahne" nichts aus. Es wird bei jedem Wetter mit Gegrilltem und
anderen Leckereien gefeiert und zu späterer Stunde auch schon mal der eine oder andere
Jägermeister getrunken.
Am späten Nachmittag treffen die Frauen und Kinder der Fahnenmitglieder ein und werfen
den Runkelkönig aus. 2005 wurde der Vogel zum ersten Mal mit einem
Kartoffelkatapult aus dem Kugelfang geholt. Nach einer Waldwanderung wird für die
Kinder am Lagerfeuer Stockbrot gebacken. Zur Nachtzeit sind dann die Männer wieder
allein. Nach einem leckeren Frühstück ist das Biwak dann beendet, es sei denn, irgendwo
ergäbe sich noch eine Gelegenheit für einen Frühschoppen.
Weihnachtsfeier
In unregelmäßigen Abständen veranstaltet die "Fahne" eine Nikolaus- oder Weihnachtsfeier
für Frauen, Kinder und Freunden bei Brinkmeier in Esbeck. Im Vorfeld schreiben
die Eltern dem Nikolaus die guten und bösen Taten der Kinder auf, die dann vom heiligen
Mann und seinem Knecht Ruprecht gelobt oder bestraft werden. Dies ist immer eine
gelungene Feier, die mit einem gemeinsamen Essen ausklingt. Der Fahnenstammtisch
Eine ständige Einrichtung der "Fahne" ist ein Stammtisch an jedem ersten Freitag im Monat, was lediglich im Mai und Juni
während des Trainings für das
Schützenfest ausfällt. unterbrochen
wird.
Bei kaltem Bier und noch kälterem
Jägermeister - so sollte es jedenfalls
sein, und in unserem derzeitigen
"Stammlokal bei Grille" gibt es darüber
auch keinen Grund zur Klage -
sprechen wir über bevorstehende
Veranstaltungen und reflektieren gerade
Zurückliegendes. Daneben verbleibt
selbstverständlich auch genug
Zeit, einfach nur zu klönen oder Albert
P.´s neuesten Witzen zu lauschen.
Eine Besonderheit stellt immer der
letzte Stammtisch des Jahres dar, der
Anfang Dezember stattfindet. Zu diesem
bietet sich den Fahnenmitgliedern
die jährlich einmalige Gelegenheit,
den Keller oder Dachboden auszumisten
und die in irgendwelchen Ecken
verstaubenden ungeliebten Präsente
der Schwiegereltern oder Omas längst
vergessene Schätze loszuwerden. Bei
diesem sog. Horrorwichteln werden
die mitgebrachten Präsente, die
zunächst noch verpackt sind, durch Auswürfeln verteilt. Dabei kann es dann vorkommen,
dass man sein Gerümpel zwar los wird, aber stattdessen etwas erhält, was noch deutlich
hässlicher ist. Wen wundert es, dass manche Präsente in der Marktdeele "vergessen" werden,
so dass Grille sich beim Aufräumen über viele schöne Weihnachtsgeschenke freuen
kann. Einige dieser Präsente ergänzen übrigens schon seit Jahren die Dekoration der
Marktdeele. Wahrscheinlich ist es Grille zwischen dem ganzen Plunder gar nicht aufgefallen,
dass hier plötzlich noch etwas mehr rumsteht.
(Jörg Ferkinghoff)
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