Tambourcorps des Lippstädter Schützenvereins

Das Tambourcorps gehört seit den 50er Jahren offiziell dem Lippstädter Schützenverein an. Doch bereits seit 1888 wurden die ersten Auftritte als Tambourcorps wahrgenommen. Nachdem anfangs nur an Schützenfesten teilgenommen wurde, gesellten sich im Laufe der Jahre vielen weitere Auftritte auf Jubiläen, Geburtstagen sowie anderen Feierlichkeiten hinzu. Das Tambourcorps ist eines der ältesten Corps im Kreis Soest.

 

 

Ansprechpartner

Aktuelles

27.07.2018

Fahnenüben Cappeler Schützenverein

05.08.2018

Vorexerzieren Cappeler Schützenverein

11.08.2018

Schützenfest Cappeler Schützenverein

12.08.2018

Schützenfest Cappeler Schützenverein

13.08.2018

Schützenfest Cappeler Schützenverein

01.09.2018

Vereinsausflug nach Trier

02.09.2018

Vereinsausflug nach Trier

08.09.2018

Kinderfest am Mondschein

16.09.2018

Kreisschützenfest Rüthen

22.10.2018

Herbstwochenbummel U 18

27.10.2018

Herbstwochenbummel Ü 18

02.11.2018

Herbstgeneralversammlung Lippstädter Schützenverein

24.11.2018

Arbeitseinsatz, Schützenplatz

Galerie

Proben

Unsere Probe findet immer montags von 18:00 Uhr – 20:00 Uhr in unserem Vereinsheim an der Schützenhalle in der Bellevue statt.

 

Um bei uns ein Instrument zu erlernen, sei es die Querflöte oder die Trommel – erwünschen wir uns ein Mindestalter von 8 Jahren, Vorkenntnisse sind keine erforderlich.

Die Ausstattung mit der Uniform und den Instrumenten übernimmt das Tambourcorps.

 

Für Fragen oder Interessenten steht unser Tambourmajor Sven Fruh jederzeit zur Verfügung.

Chronik

Am Ende des 19. Jahrhunderts bildeten sich nach den Kriegen 1870 / 71 überall die Traditionsvereine, in denen sich gediente Soldaten zu Kameradschaften zusammenschlossen. Gardeverein, Arterieverein, Gardeschützenverein, Kavallerieverein, Krieger- und Landwehrverein und andere schlossen sich im Kyffhäuserbund zusammen, um die Tradition und Kameradschaft ihrer Truppenteile zu pflegen und erhalten.

 
 

Das Tambourcorps im Jahre 1900 vor der alten Bierhalle auf dem Schützenplatz an der Bellevue

Dem hiesigen Krieger- und Landwehrverein gehörten dabei eine Viehlzahl ausgebildeter Musiker ( Trommler und Pfeifer ) an, so dass sich bald eine Gruppe engagierter Musiker gefunden hatte, die ein eigenes Tambourcorps bildeten. Als Gründungsjahr wurde das Jahr 1888 vermerkt.

Geführt wurden diese Musiker von tüchtigen und ehrgeizigen Tambourmajoren, die es sich zur Aufgabe gemacht hatten, das Niveau der musikalischen und militärischen Darbietung auf einen hohen Standard zu halten. Soweit bekannt, war Peter Kleebolte der erste Tambourmajor des Vereins. Er wurde Opfer des 1. Weltkrieges. Nach Ende des 1. Weltkrieges übernahm Franz Bartelsmeier die Führung des Tambourcorps, bis er diese im Jahr 1927 an Stefan Stork übergab.

Der 2. Weltkrieg ging natürlich auch nicht am Tambourcorps und seinen Musikern vorbei, denn im Jahr 1933 wurden sie aufgrund ihrer vorzüglichen musikalischen und militärischen Ausbildung von der SS zum Spielmannszug des hiesigen SS-Sturmbandes ernannt. Während die Musiker zum größten Teil tagsüber bei den Lippstädter Eisen- und Metallwerken sowie der Westfälischen Union arbeiteten, wurden sie abends - teilweise noch mit alten Holzkochern - ins Ruhrgebiet gefahren, um dort an Paraden und Aufmärschen teilzunehmen. Obwohl die Musiker nie als aktive Soldaten an der Front waren, wurde Tambourmajor Stefan Stork 2 Jahre in einem Internierungslager gefangen gehalten. Nach Ende des Krieges wurde dann wieder mit der musikalischen Ausbildung begonnen. Schnell folgten wieder zahlreiche öffentliche Auftritte, zu denen auch die Teilnahme am traditionellen Schützenfest des Lippstädter Schützenvereins gehörte.

Die traditionelle Kleidung der Musiker bestand zu dieser Zeit aus blauen Uniformröcken und weißen Steghosen. Aufgrund der Jahrzehntelangen kameradschaftlichen Verbindung zwischen Tambourcorps und Schützenverein nahm im Jahr 1950 der damalige Rendant des Schützenvereins, Heinrich Gogrewe, Kontakt zu Tambourmajor Stefan Stork auf, um die Spielleute als Mitglieder im Lippstädter Schützenvereins zu integrieren. Somit war das Tambourcorps des Lippstädter Schützenvereins geboren.

 
 

Parade auf dem Rathausplatz in Lippstadt um 1950

Um auch äußerlich ein Zeichen der engen Verbundenheit und Zugehörigkeit zu setzen, kleidete der Schützenverein das Tambourcorps daraufhin mit neuen,grünen Uniformen ein.

Die Traditionen des Tambourcorps wurden jedoch durch die neuen Uniformen nicht verändert. So wurden zu dieser Zeit sämtliche Auftritte immer nur von 16 Musikern und dem Tambourmajor dargeboten.

Dies führte allerdings dazu, dass die Förderung und Ausbildung von Nachwuchstrommlern und Pfeifern vernachlässigt wurde. So kam es dann, dass nach dem Ausscheiden altgedienter Musiker, die Stammbesetzung so stark geschrumpft war, dass das Tambourcorps bei offiziellen Auftritten durch Spielleute der Spielmannszüge Langenberg und Störmede unterstützt wurden. Dies wurde nur möglich durch die guten Beziehungen zwischen den Vereinen, die gestützt wurden vom Engagement von Heinrich Homburg und Ernst Wolf bei der Ausbildung der Spielleute.

Nach dem Führungswechsel von Stefan Stork auf Heinrich Homburg erlebte das Tambourcorps 1969 eine " große Revulotion ", denn erstmals war es auch Frauen erlaubt, aktiv an musikalischen Darbietungen mitzuwirken. Weiterhin ging man auch von der bis dato gepflegten Tradition ab, mit nur 16 Musikern anzutreten.

Im Jahr 1968, als Otto Böcker dem Bataillon des Lippstädter Schützenvereins als König vorstand, übergab Heinrich Homburg den Tambourstab und die Führung an Herbert Kröning. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit sah der sich mit dem Problem konfrontiert, den Musikern nach knapp 20 Jahren trotz geringer finanzieller Möglichkeiten eine angemessene Bekleidung zur Verfügung zu stellen. Unverhoffte Unterstützung fand man jedoch beim damaligen Zuchthaus in Werl, wo das Land NRW ausrangierte Uniformen und Mützen der Polizei für 5 bzw. 1 DM verkauft hat.

So gelang es Herbert Kröning im Jahr 1970 für nur 150DM, das komplette Tambourcorps neu einzukleiden.

Das Tambourcorps im Jahre 1980

Durch den damaligen Oberleutnant der Bundeswehr, Manfred Kapp, knüpfte Herbert Kröning erste Kontakte zur Bundeswehr. Diese wurden im Laufe der Jahre immer weiter intensiviert, so dass das Tambourcorps über Jahre hinweg fester Bestandteil der Sommerfeste sowie der Herbstbiwaks des Fernmeldebatallions und des Luftlandebatallions war.

Höhepunkt der Verbindung zur Bundeswehr war die Teilnahme des Tambourcorps am Zapfenstreich der Bundeswehr anlässlich der 800- Jahr-Feier der Stadt Lippstadt im Jahr 1985 auf dem Rathausplatz. Hierbei führte das Tambourcorps die Fahnenabordnungen der Lippstädter Schützenvereine auf den Rathausplatz um dann dem Zapfenstreich durch das Heeresmusikcorps 7 der Bundeswehr aus Düsseldorf beizuwohnen.

 

 
 

Das Tambourcorps im Jubiläumsjahr 1988

Einen Höhepunkt der ganz anderen Art wurde dann im Jahr 1988 anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Tambourcorps begangen.

Nach dem Ständchen mit Empfang beim Bürgermeister der Stadt Lippstadt, Franz Klocke, folgte ein Festakt mit Zapfenstreich in der Schützenhalle an der Bellevue unter Beteiligung befreundeter Schützenvereine sowie der Stadtkapelle Horb am Neckar. Aufgrund seiner langjährigen Verdienste und seiner 23-jährigen Tätigkeit als Tambourmajor, wurde Herbert Kröning im Jahr 1991 vom Oberst des Lippstädter Schützenvereins, Hubertus Linhoff, zum Ehrentambourmajor des Lippstädter Schützenvereins ernannt.

Gleichzeitig übergab Herbert Kröning dabei die Stabführung an Andreas Bauhoff. Dieser hat es verstanden, trotz des Beibehaltens und der Pflege alter Traditionen, einen hohen Leistungsstand zu wahren und an die Jugend weiterzugeben. So war es auch für die Musiker keine Frage, als sich im Jahr 1999 der Jahrestag der Gründung zum 111. Mal jährte, dieses "runde" Jubiläum alter Tradition folgend, im Kreise befreundeter Schützenvereine, Spielmannszüge und Musikkapellen in der Schützenhalle an der Bellevue zu feiern.

Als Anerkennung für seine zahlreichen ehrenamtlichen Engagements wurde dem Ehrentambourmajor Herbert Kröning dann im Jahre 2003 das Bundeverdienstkreuz durch den Landrat Wilhelm Riebniger verliehen. Für das Tambourcorps war es natürlich eine Selbstverständlichkeit, seinem Tambourmajor an diesem Ehrentag ein musikalisches Ständchen zu überbringen.

Das Tambourcorps 2002 vor dem Standesamt in Lippstadt

Einen seit langer Zeit gehegten Wunsch kann sich das Tambourcorps nunmehr dank der großzügigen Unterstützung durch den Lippstädter Schützenverein erfüllen. So wurde die vorhandene Wohnung in der Schützenhalle an der Bellevue im Sommer 2006 renoviert und zum ersten Vereinsheim vom Tambourcorps des Lippstädter Schützenvereins umgebaut.

Seither finden im Vereinsheim die wöchentlichen Proben, die jährlichen Üben mit dem Zapfenstreichführer und der Fahnenoffiziere des Schützenvereins, sowie der eine oder andere gemütliche Grillabend statt.

Seit dem Jahr 2007 nimmt das Tambourcorps regelmäßig an der immer wiederkehrenden Lippstädter Musikshow teil. Hier zeigen Musikvereine aus der Region vor gut 1000 Zuschauern ihr Können und investieren viel Zeit für das Einstudieren von Choreographien und neuen Musikstücken. Doch seit 2011 hat das Tambourcorps einen weiteren festen Termin im Jahreskalender. Um den Zusammenhalt untereinander beizubehalten und die besagten neuen Musikstücke zu erlernen, hat sich das Tambourcorps zur Aufgabe gemacht jährliche Probenwochenenden stattfinden zu lassen.

Somit kann das Tambourcorps seit dem Jahr 2011 auf anstrengende, aber auch erfolgreiche Wochenenden zurück blicken. Mal im Vereinsheim oder gerne auch mal auswärts in Jugendherbergen.

 

Im Jahr 2013 gab es einen weiteren großen Meilenstein in der Geschichte des Tambourcorps.

Das Tambourcorps wurde in diesem Jahr 125 Jahre alt und wollte dies mit Musikern, Schützenvereinen, Freunden und Lippstädter Bürgern groß feiern. Ein ganzes Wochenende im September stand im Zeichen der Marschmusik. Die Jubilarfeier begann mit einem abendlichen Empfang von ca. 350 Gästen in der Bellevue und endete am Folgetag mit einem Sternmarsch aller befreundeten Vereine in der Innenstadt und einem noch nie da gewesenen Platzkonzert auf dem Lippstädter Rathausplatz.

Teilansicht des Rathausplatzes beim Zusammenspiel zum 125-jährigen Jubiläum

Nach dem Jubiläum durfte sich das Tambourcorps über einen Aufschwung freuen und konnte die Jugend für sich gewinnen. Durch den Zuwachs zahlreicher junger Musiker mussten sogar die Probenzeiten aufgeteilt werden. Nur so konnte man der Jugend gerecht werden und sie an die Kunst des Trommeln und Flöten heranführen.

 

Zum Ende des Jahres 2014 gab es im Tambourcorps einen erneuten Stabswechsel. Nach 24 Jahren übergab Tambourmajor Andreas Bauhoff die Führung und Leitung des Tambourcorps an Sven Fruh. Im Zeichen der Anerkennung und des Dankes für dieses ehrenamtliche Engagement wurde Andreas Bauhoff zum Ehrentambourmajor des Tambourcorps ernannt.

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